Baby, you can drive my car – Autofahren auf der Insel

Ich fahre gerne Auto. Also so richtig gerne. Ich fand die Fahrschule super, bin direkt an dem ersten Wochenende mit Führerschein über die Autobahn gerast. Generell bin ich davon überzeugt, dass ich recht passabel fahre, glänzend einparken kann und mit 8 Jahren Fahrerfahrung ziemlich ruhig und entspannt auf alle Situationen reagiere. Und dann kam ich ins Vereinigte Königreich.

Autofahren mag ich immer noch gerne, aber nach grob überschlagenen 4500km auf Großbritanniens Straßen ist es eine Erleichterung einfach mal den Bus zu nehmen. Der Linksverkehr, vor dem ich am Anfang so viel Schiss hatte, ist da wirklich noch das kleinste Hindernis. Einfach immer schön hinter allen anderen hinterher fahren und im Kreisverkehr besonders aufpassen, dann geht das schon. Es passierte nur ein oder vielleicht zwei mal, dass ich völlig verpennt beim links abbiegen doch auf die falsche Seite gefahren bin, zum Glück immer nur in kleinen, wenig befahrenen Straßen.

drivemycar_blog

Wagemutig wie wir sind, brachte uns der Weg von der Fähre direkt nach London, es war voll, laut und ich habe geflucht, vor allen Dingen als wir die zehnte Runde bei der Parkplatzsuche drehten. Viel gruseliger war allerdings eine Woche später der Weg nach Saffron Walden, der uns irgendwann von der Autobahn auf eine A-Straße führte und dann auf eine enge, mit Hecken eingegrenzte, unbeleuchtete Landstraße. Nachts. Besonders ermutigend war kurz nach dem Ankommen vor allen Dingen Maries Kommentar:

„Das war aber noch nicht die richtig enge Landstraße, die ihr genommen habt.“

Und sie sollte Recht behalten. Es gibt immer noch eine engere Straße. Immer und immer wieder landeten wir, geführt von Google Maps, in Straßen, in denen Marius kaum alleine durch passte, mit engen Kurven und kleinen Buchten, um entgegenkommende Fahrzeuge vorbei zu lassen und natürlich kamen uns immer kleine LKWs oder Sprinter entgegen. Elsa, die dank des Linksverkehrs in einem europäischen Auto ja zur Mitte der Straße saß, zuckte und quiekte einige Male, denn den Briten scheint es nichts auszumachen mit 75Km/h durch eine one-way-Lane zu rasen.

Bist du sicher, dass das eine Straße ist?

Man wundert sich manchmal, was von Google so als Straße gesehen wird. Asphalt? Braucht sie nicht haben! Obwohl die Wege und Sträßchen in Cornwall zu den engsten gehörten, vor allen Dingen weil sie oft zwei bis drei Meter hoch mit Hecken und Baumen gesäumt sind, war das ultimative OMG-wir-können-hier-nicht-drehen-aber-weiter-fahren-wollen-wir-eigentlich-auch-nicht-Erlebnis am Glen Coe in Schottland, als wir den Parkplatz zum Wanderweg suchten, und ich leicht hysterisch wurde, als der Weg nur noch aus Kieseln, Matsch und Blättern bestand und neben uns ein Bach verlief. Gruselig war auch der Porlock Hill in Exmoor. Wikipedia sagt dazu, dass der „Hügel“ innerhalb von 3,2km auf 400m Höhe ansteigt, die Angst, dass wir in Marius einfach rückwärts wieder runterrollen, war also wirklich berechtigt.

Trotz diverser Schreckmomente sind wir aber relativ sicher unterwegs gewesen, das einzige Unglück ist ein abgefahrener Spiegel, als uns ein entgegenkommendes Auto auf einer relativ breiten Straße streifte. Und wenn man davon mal absieht, gibt es kaum etwas schöneres als Küstenwege bei untergehender Sonne, Highland Straßen im Nebel oder leuchten grüne Felder in Essex unter blauem Himmel.

 

ENGLISH

I like driving. I really, really enjoy it. I liked driving lessons and on the first weekend with a drivers license I already hit the motorway. I do think I am a pretty good driver and my ability to find a parking place is my secret superpower. With 8 years of driving experience I feel calm and prepared for almost every situation. But then I came to the United Kingdom.

I still like driving the car, but after about 4500kms on British streets, sometimes taking the bus is a nice change. Driving on the left wasn’t as difficult as expected, you just have to follow the other cars and be a little more careful when you hit a roundabout. But to be honest, there have been one or two situations in which I turned left and ended up on the wrong side, but it only ever happened on streets with no other cars around.

Daring as we are our first destination after arriving in the UK with the ferry was London. It was crowded, loud and I swore a lot. Especially when we took the same street for the tenth time to find a parking lot. But much more terrifying was our journey to Saffron Walden one week later, which brought us from the motorway onto an A-street, leading to a narrow, dark country road seamed with high hedges. At night. Shortly after arriving Maries encouraging comment was:

„But the road you took to came here, wasn’t the narrow one.“

Well, she was right. There is always an even more narrow road. Again and again Google Maps lead us into roads almost too small for Marius, with sudden turns and small passing places for approaching vehicles, which most of the time seemed to be sprinters. Elsa, who has to sit in the middle of the road thanks to the situations of driving left in a german car, had some moments of shock and horror, when a big car approached with 75km/h.

Are you sure, we are still on a road?

It’s odd what counts as a street for google maps. Asphalt? Nah, a street doesn’t need that! Though some of the most narrow roads where in Cornwall, as they used to be seamed with two to three meter high hedges and trees, our main OMG-we-cant-turn-around-anymore-but-this-path-doesn‚t-look-like-we-should-go-on-moment was while searching for the parking lot to go hiking at Glen Coe. The path was in the middle of the forrest, muddy and full of leaves, next to a small stream. Also pretty scarring was going up Porlock Hill in exmoor. Wikipedia says, it’s leading up to 400m heights in only 3,2km of way, so our fear of just rolling backwards down again was real!

Despite the shock moments, we drove pretty safely through the whole of England and Scotland, except that on one of the wider streets someone hit our side mirror. Still there isn’t much as beautiful as driving along a coast way watching the sun set, taking an almost empty road through the foggy Highlands or driving under blue skies in Essex.

Fat Fashion, fuck you attitude, cupcakes, unicorns & videogames. Cloud castle architect. Killerqueen. Graphic designer with a weak spot for hipster fonts.

Cornwall – So schön, so schrecklich | Cornwall – Beautiful & Cruel

cornwall_01

Cornwall. Was soll ich sagen? Du hast es uns nicht leicht gemacht. Also, wir haben es wirklich versucht. Wirklich. Und um ehrlich zu sein, war unser Anfang mehr als schön. Erinnerst du dich an unsere ersten Tag? Ja? Dieser wundervolle Sommertag im September, den wir gemeinsam an der Küste von Whitsand Bay verbracht haben. Du hast uns zugeschaut, wie wir im Sand gechillt haben, wie wir im Meer schwammen und wie wir die Zeit zwischen Steilküste und Strand genossen haben. Es war magisch.

Mystische Liebe

cornwall_013

Oder erinnerst du dich an unseren zweiten Tag? Du hast uns mystische Wolken und abenteuerliche Winde geschickt, als wir die verlassene Kapelle auf der spitze eines einsamen, grünen und mit blühender Heide bedeckten Berges entdeckt haben. Du hast uns die Romantik deiner Landschaft gezeigt und das wissen wir zu schätzen. Das weißt du.

cornwall

Erinnerst du dich an die Tage, an denen wir Minehead und Porlock erkundeten? Diese zwei wunderschönen, kleinen Städtchen. Oder unsere Zeit in Newquay? Bitte sag nicht, dass du bereits vergessen hast, wie sehr wir die mächtigen Wellen bewundert haben, die du für die Surfer an den Strand gespült hast. Die Spaziergänge durchs Watt, unser Lachen und das Strahlen in unseren Augen, als wir deine unglaubliche Landschaft betrachteten.

Ein Ende im Regen

cornwall_012

Cornwall. Kannst du mir bitte sagen, was passiert ist? Kannst du mir bitte sagen, was wir falsch gemacht haben? Nach all den schönen Tagen hast du uns Regen gesendent. Viel Regen. Graue Wolken. Du hast uns gezwungen, mit zwei Fremden in einem Zimmer zu nächtigen, da es unmöglich war, im Auto zu schlafen, da du es hast Bindfäden regnen lassen. Du hast uns nach Ivybridge geschickt – den traurigsten Ort, den wir hier je sahen. Warum Cornwall? Warum hast du uns jeden Tag durch die kleinsten, engsten und kaum einsehbare Straßen geschickt? Warum hast du den Seitenspiegel unseres Autos abgerissen?  Warum mussten wir auf dem matschigsten Stellplatz stehen, den der Campingplatz zu bieten hatte? Warum wurdest du so kalt? So unglaublich kalt? Ich dachte, wir wären mehr als Freunde. Wirklich. Wir haben bei Bloody Mary Metal einen Ring gekauft, der uns immer an dich und die Zeit mit dir erinnern sollte, Cornwall. Aber du hast es uns verdorben. Du hast Schluss gemacht, bevor wir wirklich eine Chance hatten. Aber es ist okay. Ich bin wirklich okay damit. Ich weiß, es ist sicher aus einem guten Grund passiert. Und ich weiß auch, dass du jemanden finden wirst, der perfekt für dich ist. Ich wünsche dir dabei Glück. Wirklich. Und ich werde immer an die wenigen wundervollen Tage zurückdenken, die wir teilen durften.

ENGLISH

Cornwall. What shall I say? You didn’t made it easy to us. I mean, we tried. Really. And to be honest, our start was more than beautiful. Do you remember our first day? Do you? The wonderful, summer day in September we spent on your coast in Whitsand Bay. You watched us relaxing in the sun, swimming in the sea and enjoying spending time with your cliff coasts and your beautiful sandy beaches. It was magical.

Mystical love

Or do you remember our second day? You gave us mystical cloudy weather with adventurous winds and a hike to a abbandoned chapel on the top of a lonely, green hill covered with blooming heathers. You showed us the whole romance of your landscape and we appreciated it. We really did, you know that.

Do you remember the days we discovered Minehead and Porlock – these two beautiful, small towns, we really enjoyed exploring? Or our time in Newquay? Please, don’t say you’ve already forgotten the times we adored the mighty waves you brought at the beach, to please all the surfers. The strolls we took through the tideland, the laughter and the bright light in our eyes as we admired your outstanding landscape.

Break Up In The Rain

Cornwall, can you please tell me, what happened, then? Can you please tell me, what we’ve done wrong? Rain. After all the wonderful days you sent us rain. A lot. Rain. Grey clouds. You made us stay in a bedroom with two strangers, as you made it impossible to sleep in the car as you poured cat and dogs on us. You led us to Ivybridge – the saddest town we’ve seen so far. Why Cornwall?  Why did you sent us everyday on the smallest and cruelest streets? Why did you take the side mirror of our car? Why did you let us sleep on the slushiest pit the campsite had to offer? Why did you get so cold? So unbelievably cold? I thought we were more than friends. Seriously. I mean, we bought a ring at Bloody Mary Metal, which should us remember at the time we spent together, Cornwall. But you spoilt it. You broke up with us before we even had a serious chance. That makes me sad and I don’t understand why you did this. But it’s okay now. I’m fine. I know it happened for a reason. I know you’ll find someone, who is perfect for you. I wish you luck. Really. I do. And I will always think back to the few wonderful days we had.

Schreiben | Storytelling | Fakten-Queen | Graphic Novels & Erzähltheorie | Tech | Fantasy & Sci-Fi | kosmisches Einhorn | ❤

Und alles wird anders | And Everything Changes. Again.

Nun, ihr habt die Stille auf dem Blog ja sicherlich schon bemerkt. Ich möchte mich dafür jetzt nicht entschuldigen, sondern euch erzählen, was bei uns so abgeht.

Grundsätzlich findet man sich als Schriftsteller oder Blogger ständig in einer dieser Situationen wider: Entweder man schreibt über Dinge, die man nie erleben wird, oder erlebt Dinge, über die man aus Zeitmangel nicht schreiben kann.

Gruselige, spannende Veränderungen

In unserem Fall war es Letzteres. Denn einmal mehr haben Veränderungen zugeschlagen und unsere volle Aufmerksamkeit abverlangt.

Denn als wir vor ungefähr drei Wochen in Edinburgh ankamen, war es Liebe auf den ersten Blick. Nach nur wenigen Tagen stand dann auch der Entschluss fest: Wir wollen hier bleiben!

Also mussten wir erst einmal alles in die Wege leiten, um hier wohnen und arbeiten zu können. Und wir ihr euch vorstellen könnt, blieb somit wenig Zeit für den Blog übrig.

Aber keine Sorge, wir  werden euch natürlich trotzdem noch jedes kleinste Detail unserer Reise erzählen und auch über unser Leben in Edinburgh berichten.

Also bleibt dran, hier wird es weiterhin spannend bleiben!

ENGLISH

Well, you might have recognised the silence on our blog. I wont apologise with this post, I rather explain what’s going on.

Basically, as a writer you find yourself in one of these two situations: Either you’re going to write about things, you’ll never explore or you explore things you won’t have the time to write about.

Creepy, Exciting Changes

Well, in our case it’s the latter, cause there again were big changes, which kept us busy. Very busy.

As we arrived in Edinburgh about 3 weeks ago, we immediately fell in love with this city. After only a few days we just decided, to stay here. So we had to arrange everything to be able to live and work here and as you might can imagine we had no time to blog.

But don’t be scared! We still will tell you everything about our trip and we will blog about our life in Edinburgh as well.

So stay tuned – exciting stuff is about to happen!

Schreiben | Storytelling | Fakten-Queen | Graphic Novels & Erzähltheorie | Tech | Fantasy & Sci-Fi | kosmisches Einhorn | ❤