A perfect autumn day in York

Heute genau vor einem Jahr, am 28. September 2015 waren wir in York. Warum wir es innerhalb eines Jahres nicht geschafft haben, unsere Reise endlich mal fertig zu bloggen weiß niemand so genau, aber ich würde einen großen Batzen Lachgummi auf Faulheit verwetten. Naja, entschuldigen hilft ja nicht, am Ende wollen wir das ja schließlich eh für uns machen, und deswegen schmeiße ich jetzt die Zeitmaschine an und blicke zurück auf York.

York Minster and blue skies

Von Manchester aus fuhren wir quer durchs Land, landeten in Leeds, wo wir nur einen warmen Nachmittag verbrachten, um dann bei Familie Flowers irgendwo zwischen Leeds und York die ersten von zwei Nächten im vielleicht am besten eingerichteten Airbnb der ganzen Reise verbrachten. Noch nie hat ein Zimmer so gut gerochen, noch nie war eine Küche so gemütlich. Am nächsten Morgen sind wir ganz früh los und in das wunderhübsche Städtchen York gefahren, wo wir zwar ungefähr drölfzighundert Pfund für das Parkhaus bezahlen haben, aber trotzdem einen perfekten Herbsttag verbringen konnten.

Die beste heiße Schokolade?

York ist unfassbar schön, die mittelalterliche Altstadt mit den engen Gassen so charmant und das sonnige Wetter machte alles noch viel schöner. Wir sind über einen kleinen Markt geschlendert und Elsa schwärmt noch heute von den frischen und süßen Feigen, die sie dort kaufte. Wenn ihr mal in York seid, solltet ihr auf keinen Fall die beste heiße Schokolade eures Lebens verpassen. Die gibt es in der Monk Bar und zu jedem Becher, es gibt unterschiedliche Sorten, darf man sich eine von den tollen Pralinen oder Trüffeln aussuchen.

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Ich finde York ist auf jeden Fall einen Besuch wert, unser Tag bestand zwar hauptsächlich aus ein bisschen schlendern, essen, ein bisschen weiter schlendern, essen und noch ein bisschen mehr schlendern, aber wir haben es richtig genossen. Zwischendurch kann man die  beeindruckende Kathedrale „York Minster“ und den dahinter liegenden Park besuchen,  durch die ganzjährig geöffneten Christmas Shops stöbern oder sich, wie wir,  in alle Kuscheltiere im Disney Shop verlieben.

ENGLISH

Today exactly one year ago, on the 28th of September 2015 we visited York. I actually can’t say why we still haven’t managed to blog all of our journey, but I’d bet a good amount on laziness. Well, let’s hit the time machine and look back one year ago.

After Manchester we crossed the country and ended up in Leeds, where we only spend one warm afternoon before driving to our Airbnb somewhere in the middle between Leeds and York. Maybe this was the most beautifully decorated and definitely nicest smelling stay on our journey and we totally enjoyed the cosy kitchen and our hosts. On the next morning we hit the road early for a day trip to York.

Best hot chocolate!

York is stunning, the medieval Old Town with the small closes is just charming and the sun made everything even better. Elsa bought fresh and sweet figs on a little market and she is still raving about them today. If you ever visit York don’t miss the best hot chocolate of your life at Monk Bar, where you get a delicious praline with every cup of cocoa.

York is worth a visit, even though our day was mostly walking, eating, more walking and more eating we totally enjoyed ourselves. Meanwhile you could also visit the York Mister and the beautiful park behind the cathedral, have a look at the Christmas shops or, like we did, fall in love with all the plushies in the Disney Store.

Fat Fashion, fuck you attitude, cupcakes, unicorns & videogames. Cloud castle architect. Killerqueen. Graphic designer with a weak spot for hipster fonts.

Fat girls everywhere – Manchester

Ganz still und leise habe ich Birmingham jetzt einfach mal übersprungen, irgendwie gibt es von dort wirklich nichts zu erzählen, außer, dass wir auf einem sehr hübschen Pub Parkplatz übernachten haben. Danach ging es weiter nördlich nach Manchester, ich erinnere mich, dass wir irgendeine 90s Playlist auf dem Weg dorthin hörten und aus Leib und Seele „Umbreak My Heart“ geschmettert haben, was uns von dann an als stetiger Ohrwurm begleiten sollte.

Das Manchester mal eine tragende Rolle in der englischen Industrialisierung gespielt hat, sieht man auch heute noch an der Architektur der Stadt. Neben alten Fabrikgebäuden findet sich extrem moderne und neue Architektur, es gibt hübsche Kirchen, Parks und viele Musen. Leider haben wir es verpasst, das Manchester Museum of Science and Industry so richtig genießen zu können, da wir nicht damit gerechnet haben, dass es schon um 17.00 schließt.

 

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Ein großes Highlight war definitiv unser ausgedehnter Brunch im Tea 42, wo es so ziemlich alles glutenfrei gibt. Von Frühstück, über Sandwich Etageren, Pommes und unfassbar leckeren Kuchen, die wir natürlich auch probieren mussten.
Für Elsa war es das anti-gluten Paradies und ich sage ja grundsätzlich immer ja zu pochierten Eiern,  Speck und Kuchen.

The Curve Fest

Während unserer Zeit in Manchester durften wir auf Lisas Bettsofa übernachten, sie schlug auch vor, sie am Samstag zum Curve Fashion Festival zu begleiten und so kauften wir spontan zwei Tickets und hatten einen super schönen und aufregenden Tag umgeben von wundervollen Plus Size Babes.

Wie die meisten von euch wissen habe ich über 6 Jahre über Plus Size Mode und das Dicksein auf meinem Blog „Reizende Rundungen“ geschrieben, durch meinen Blog haben Elsa und ich uns überhaupt kennen gelernt, und Mode spiel nach wie vor eine große Rolle in meinem Leben. Daher war ich auch doppelt aufgeregt, musste aus meiner spärlichen Reisegarderobe ein passendes Outfit zusammen stellen und hatte ein bisschen sehr Herzklopfen, als plötzlich Tess Holiday an mir vorbei lief (und kleiner ist als ich!).

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Obwohl wir gar nicht so viel von der Stadt gesehen haben, gefiel uns Manchester ziemlich gut und wir haben die 3 Tage dort genießen können, bevor es weiter in Richtung Osten und somit in ein Airbnb zwischen Leeds und York ging.

ENGLISH

I decided to just skip Birmingham, as there isn’t much to say about it, apart from we stayed on a really nice pub parking lot. The morning after we went up north to Manchester, I remember we were listening to some 90s playlist and „Unbreak My Heart“ stayed with us from that moment for a very long time.

Manchester once played a major role in the Englisch industrial revolution and you can still see that in the architecture of the city, a very contrasting mix of old fabric buildings, lovely churches and very, very modern building. Sadly we missed most of the Museum Of Science and Industry because we didn’t expect it to be closed at 5pm already.

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One highlight was our long and amazing brunch at Tea 42 which offers almost everything gluten free no matter if you want breakfast, brunch, sandwiches for tea or loads of cake. And of course we had to try basically all of it, as it was a gluten free heaven for Elsa and I am always on board for Brunch!

The Curve Fest

During our three days in Manchester we stayed on Lisa’s couch and she suggested to accompany her to the Curve Fashion Festival, so we spontaneously bought to tickets and had a really nice and exciting day surrounded by lots of plus size babes.

Most of you probably know I blogged about plus size fashion and being fat on my blog ‚Reizende Rundungen‘ for over 6 years, it was my blog that made Elsa and me become friends and fashion still is a big part of my life, so I was even more excited, had to figure out a good outfit with my very small travel wardrobe und got super excited when suddenly Tess Holiday passed us (and was so much shorter than me!).

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Even though we didn’t  really see that much of Manchester we really liked this city and enjoyed the three days a lot. After that we traveled on east to a beautiful Airbnb in the middle between Leeds and York.

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Food and Art // Bristol

Manchmal da trifft man Menschen, mit denen versteht man sich einfach direkt ab der ersten Sekunde. Genauso so war es, als wir in der Nähe von Bristol in unserem Airbnb bei Rob & Betty ankamen. Ein wundervolles Pärchen in einem wundervollen Haus. Nachdem wir in den ersten Wochen hauptsächlich von Parkplatz zu Campingplatz zu Parkplatz gereist sind, war es sehr warm und flauschig auf einer Couch mit einer Tasse Tee in der Hand zu sitzen und in ein Gespräch verwickelt zu sein. Gleich am ersten Abend haben wir Pasta gemacht und Betty hat uns einen guten Überblick über Bristol gegeben, so dass wir am nächsten Morgen in der Innenstadt planen konnten.

Bristol ist voller Kunst, vor allen Dingen Street Art, und voller interessanter Ecken. Wir haben auf der Cheltenham Road geparkt und sind von dort in den Stadtkern gelaufen und kamen so am Hamilton House vorbei, einem großen Art und Community Center, wo unter anderem eins der ersten Banksys zu sehen ist.

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Wir haben am Hafen von Bristol in der Sonne gesessen, Pizza gegessen, ein wunderschönes Museum besucht und dort viel über Bristols Geschichte, Bürger*innen und Vergangenheit gelernt und es genossen, an jeder Ecke, Hauswand oder auf dem Gehweg bunte Dinge zu entdecken.

Abends wurden wir immer herzlich in unserem Airbnb empfangen, haben gemeinsam mit unseren Hosts gekocht, über Musik, Politik und Essen geredet und fanden es tatsächlich schade, als wir nach drei Nächten schon weiter in Richtung Birmingham ziehen mussten. Was uns wenig begeisterte und wo wir bloß einen Tag blieben, auf einem Pub Parkplatz schliefen und dann unsere Reise Richtung Manchester fortsetzten.

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Bristol fühlte sich für uns sehr richtig an. Kreativ und pulsierend, aber nicht überwältigend groß und stand für uns noch relativ lange sehr hoch auf der Liste der Städte, in denen wir uns vorstellen konnten zu leben.

ENGLISH

Sometimes you meet someone and just get on so well right from the first second. We felt like this when we stepped out of the car to meet Rob & Betty our Airbnb hosts close to Bristol. Such a wonderful couple in a wonderful home. After traveling from one parking space to the next camping place to the next parking space it was really warm and nice to sit down on a couch with a cup of tea in your hand having a great chat with nice people. We made dinner all together already on the first evening, Betty showed us a map of Bristol and so we could plan our first day in the city center.

Bristol is full of art, especially street art, and interesting places. Wir parked on Cheltenham Road and walked into the city centre from there, on our way we passed the Hamilton House, an art and community center where you can find one of Banksy’s first works.

 

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We sat in the sun at the city harbour, had pizza, visited a museum and learned things about Bristol’s past and community and just enjoyed finding pops of colour on every wall, around every corner and even on the sidewalk.

In the evening we were greeted with a warm welcome back at our Airbnb, cooked, talked about music, politics and food and we were actually a little sad when we had to leave after three nights to travel onwards to Birmingham. We only spend one day there and went on to Manchester after that.

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Let’s make some plans and visit Bath

Inzwischen ist schon Januar 2016, aber trotzdem würde ich euch gerne noch mal in den September 2015 entführen, denn irgendwo da sind wir in Cornwall stehen geblieben, mitten in der Erzählung unserer Abenteuer auf der Straße.

Pläne schmieden

Nachdem wir eine lange Zeit, die mir von heute aus betrachtet noch länger vorkommt, in Cornwall verbrachten, war eins klar: Wir brauchen einen Plan. Also planten wir. Wir buchten Airbnbs für alle großen Städte die wir auf dem Weg in den Norden sehen wollten und hatten den Plan, ziemlich schnell voran zu kommen, da wir beide irgendwie kaum erwarten konnten, nach Schottland zu kommen. Das Städte-Hopping war dafür eine super Möglichkeit, so konnten wir viel mitnehmen, aber auch schneller voran kommen, da die großen Städte im Norden alle durch gute Autobahnen verbunden sind. Der Plan sah wie folgt aus: Einen Tag in Bath verbringen, von da ins Airbnb nach Bristol zu fahren und ein paar Tage zu bleiben, danach bis Birmingham für einen Tagesaufenthalt fahren und eine Nacht im Auto, gefolgt vom Trip bis Manchester, wo wir bei einer Freundin unterkamen, danach weiter nach Leeds, York und Newcastle bis wir die Grenze überfahren um Richtung Glasgow zu reisen.

Retrospektiv haben wir uns für all das doch relativ wenig Zeit genommen, trotzdem glaube ich, dass wir in der dritten oder vierten Woche des Road Trips genau das brauchten, um nicht zwischen den Stationen irgendwo im Nirgendwo verloren zu gehen. So romantisch es sich anhört, einfach dahin zu fahren, wo der Herzkompass hinzeigt, so scheiße ist es aber manchmal auch, wenn man nicht den Luxus eines Campers mit Toilette oder Gasherd hat.

Besuch im Weltkulturerbe

Was kann ich zu Bath sagen? Eigentlich gar nicht so viel. Von Exmoor aus fuhren wir nach Norden bis Bath, wo wir auf einem Park and Ride zwischenparkten, um den Bus in die Stadt zu nehmen. Dort suchten wir uns als erstes einen Ort zum Mittagessen, unsere Wahl fiel auf „The Stables“, eine lokale Kette mit der Option auf glutenfreie Pizza für Elsa. Die Vierkäse-Pizza war absolut deliziös.

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Danach haben wir einen Rundgang durch die definitiv schöne Stadt gemacht, ein Kurort mit interessanter und historischer Architektur und natürlich den alten römischen Bädern als zentrale Sehenswürdigkeit. Eins der Bäder zu besuchen kostet leider furchtbar viel, also blieb uns nur der Blick von außen. Ich denke, dass Bath mit einer Stadtführung sehr viel Historie zu bieten hat, für uns war es aber nur ein kleiner Zwischenstop bevor wir Abends in einem unserer Lieblings-Airbnbs ankamen: bei Rob und Betty in Bristol.

ENGLISH

It’s January 2016 already, but I want you to come back to September 2015 with me. Somehow we got stuck somewhere close to Cornwall while telling you about our adventures on the road.

Making plans

After spending what feels like an even longer time looking back now, in Cornwall, we decided we needed a plan. And so we planned. We booked Airbnb’s for all the mayor cities we wanted to visit and had the plan of going up north pretty fast now, as we both somehow couldn’t wait for hitting Scotland. City hopping seemed like a good way of seeing a lot of stuff and getting forward, as most of the mayor cities in north England are connected with highways. Our plan was to look at Bath just for a day, go close to Bristol and spend a few nights in an Airbnb there, then drive to Birmingham and sleep in the car for a night somewhere, followed by going up to Manchester staying with a friend and doing Leeds, York and Newcastle next before hitting Glasgow.

In retrospective we really rushed through this a little, but I know that during the 3rd or 4th week of our road trip I really needed things to speed up a little and to have a plan for the next weeks, so we wouldn’t get lost in driving somewhere without actually knowing where to go or where to stay. As romantic as it sounds to just drive where your heart leads you, as shitty it can sometimes be, if you don’t have a real camper with the option of going to the loo or making some dinner.

Visiting a World Cultural Heritage

What can I tell you about Bath? Not much really, from Exmoor we drove North towards Bath, parked on a park and ride to take the bus into the city and spend the afternoon in town. We had a lovely lunch at „The Stable“ with Pizza with 4 different cheeses on it, a gluten free option for Elsa of course, and it was so delicious.

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Then we took a walk through the definitely beautiful city, a health resort with interesting and historic architecture and of course the Roman-built baths as it’s center piece. Visiting one of the old baths unfortunately costs a fortune and so we just looked at everything from the outside and popped into a few shops here and there. I think if you take the time for a guided tour there is lots of interesting stuff about Baths history to discover, for us it was just a quick stop before we ended our day with arriving at maybe one of our most favorite Airbnbs, with Rob & Betty.

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Zweites Verlassen | Leaving Again

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Das letzte Mal, als ich Deutschland verließ, was ich einfach nur unglaublich gespannt auf unseren Road Trip, auf Urlaub und auf das Abenteuer das vor uns lag. Jetzt ist gerade mein Flugzeug gestartet, wir flogen aus der rosigen Nachmittagssonne in Amsterdam durch eine dicke Schicht Wolken und jetzt ist nur noch klarer Himmel und Sonnenschein zu sehen. Verlassen, mal wieder. Diesen mal musste ich ein bisschen mit den Tränen kämpfen, denn dieses mal ist es irgendwie ernster. Es ist nicht nur Spaß und romantische Road-Trip-Fantasien, sondern ein Plan für die Zukunft.

Es fühlt sich ebenso gut wie angsterfüllend an. Ich bin motiviert und super aufgeregt über das neue Jahr, auf der anderen Seite habe ich nie wirklich geglaubt, dass ich mal im Ausland leben würde. Natürlich war das im Auslandleben die erste Intention hinter dem ganzen Trip, trotzdem habe ich vorher nie erwartet, dass ich mal so weit weg von meiner Familie leben würden.

Familienmensch

Ich war irgendwie immer ein Familienmensch. Ich habe 26 Jahre mit meiner Familie zusammen gewohnt. Egal ob es während der Schulzeit, der Uni, während Praktika oder dem ersten richtigen Job war, Zuhause war immer eine Konstante für mich. Das selbe Haus in der selben Straße, die selben Menschen die auf mich warteten. Mit Papa reden, während ich mein Make-up im Badezimmer machte, in Mamas Küche sitzen und lachen, weinen und schreien. Mitternachtsflüsterein mit dem Bruder, Freunde mit nach Hause bringen, wann immer ich es wollte. Und nun? Zum ersten Mal in meinem Leben lebe ich nicht in diesem Haus. Und es ist gruselig, großartig, aufregend und ein kleines bisschen traurig.

Bald ist 2016 und ich habe viele Pläne im Kopf. So viele Ideen und ich bin bereit sie alle wahr werden zu lassen. Hart dafür zu arbeiten, dass mein neues Zuhause in Edinburgh auch wirklich mein Zuhause bleiben kann.

Falls ihr es noch nicht gehört habt, schaut unbedingt mal bei DRadio Wissen vorbei und lauscht dem Interview mit Elsa und mir, was wir kurz vor Weihnachten gegeben haben.

ENGLISCH

The last time I Ieft Germany I was full of excitement for our road trip, for going on holiday and for the adventure ahead. Now my plane just started with the sun just turning a little rosy, dived through a thick layer of clouds and we are flying in beautiful sunshine now. I am leaving again. And I had to fight the tears, cause this time leaving is serious. It’s not just fun and romantic road trip fantasies but a plan and a future ahead of me.

This feels as great as it feels strange. I am really pumped and motivated for the next year on the other hand I never really thought I would be living abroad. Sure being abroad was my first intention for this trip, but still I never really thought I really would live so far away from my family.

Family person

I’ve always been a family person and I lived with them for 26 years. No matter if it was school, university, internships or work, somehow this part of my life was always the same. The same house, the same street, the same people waiting for me. Talking with Papa in the bathroom while doing my make-up, sitting in Mum’s kitchen laughing, crying, screaming. Going downstairs and visiting my grand parents, late night talks with my brother, bringing friends over when ever I wanted. And now? For the first time in my life I don’t live in the same house. It’s scary. It’s great. It’s exciting but a little bit sad.

Now 2016 is starting and there are so many plans in my head. So many ideas and I am willing to make them all true, to work hard for my new life in Edinburgh. For my new home.

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Baby, you can drive my car – Autofahren auf der Insel

Ich fahre gerne Auto. Also so richtig gerne. Ich fand die Fahrschule super, bin direkt an dem ersten Wochenende mit Führerschein über die Autobahn gerast. Generell bin ich davon überzeugt, dass ich recht passabel fahre, glänzend einparken kann und mit 8 Jahren Fahrerfahrung ziemlich ruhig und entspannt auf alle Situationen reagiere. Und dann kam ich ins Vereinigte Königreich.

Autofahren mag ich immer noch gerne, aber nach grob überschlagenen 4500km auf Großbritanniens Straßen ist es eine Erleichterung einfach mal den Bus zu nehmen. Der Linksverkehr, vor dem ich am Anfang so viel Schiss hatte, ist da wirklich noch das kleinste Hindernis. Einfach immer schön hinter allen anderen hinterher fahren und im Kreisverkehr besonders aufpassen, dann geht das schon. Es passierte nur ein oder vielleicht zwei mal, dass ich völlig verpennt beim links abbiegen doch auf die falsche Seite gefahren bin, zum Glück immer nur in kleinen, wenig befahrenen Straßen.

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Wagemutig wie wir sind, brachte uns der Weg von der Fähre direkt nach London, es war voll, laut und ich habe geflucht, vor allen Dingen als wir die zehnte Runde bei der Parkplatzsuche drehten. Viel gruseliger war allerdings eine Woche später der Weg nach Saffron Walden, der uns irgendwann von der Autobahn auf eine A-Straße führte und dann auf eine enge, mit Hecken eingegrenzte, unbeleuchtete Landstraße. Nachts. Besonders ermutigend war kurz nach dem Ankommen vor allen Dingen Maries Kommentar:

„Das war aber noch nicht die richtig enge Landstraße, die ihr genommen habt.“

Und sie sollte Recht behalten. Es gibt immer noch eine engere Straße. Immer und immer wieder landeten wir, geführt von Google Maps, in Straßen, in denen Marius kaum alleine durch passte, mit engen Kurven und kleinen Buchten, um entgegenkommende Fahrzeuge vorbei zu lassen und natürlich kamen uns immer kleine LKWs oder Sprinter entgegen. Elsa, die dank des Linksverkehrs in einem europäischen Auto ja zur Mitte der Straße saß, zuckte und quiekte einige Male, denn den Briten scheint es nichts auszumachen mit 75Km/h durch eine one-way-Lane zu rasen.

Bist du sicher, dass das eine Straße ist?

Man wundert sich manchmal, was von Google so als Straße gesehen wird. Asphalt? Braucht sie nicht haben! Obwohl die Wege und Sträßchen in Cornwall zu den engsten gehörten, vor allen Dingen weil sie oft zwei bis drei Meter hoch mit Hecken und Baumen gesäumt sind, war das ultimative OMG-wir-können-hier-nicht-drehen-aber-weiter-fahren-wollen-wir-eigentlich-auch-nicht-Erlebnis am Glen Coe in Schottland, als wir den Parkplatz zum Wanderweg suchten, und ich leicht hysterisch wurde, als der Weg nur noch aus Kieseln, Matsch und Blättern bestand und neben uns ein Bach verlief. Gruselig war auch der Porlock Hill in Exmoor. Wikipedia sagt dazu, dass der „Hügel“ innerhalb von 3,2km auf 400m Höhe ansteigt, die Angst, dass wir in Marius einfach rückwärts wieder runterrollen, war also wirklich berechtigt.

Trotz diverser Schreckmomente sind wir aber relativ sicher unterwegs gewesen, das einzige Unglück ist ein abgefahrener Spiegel, als uns ein entgegenkommendes Auto auf einer relativ breiten Straße streifte. Und wenn man davon mal absieht, gibt es kaum etwas schöneres als Küstenwege bei untergehender Sonne, Highland Straßen im Nebel oder leuchten grüne Felder in Essex unter blauem Himmel.

 

ENGLISH

I like driving. I really, really enjoy it. I liked driving lessons and on the first weekend with a drivers license I already hit the motorway. I do think I am a pretty good driver and my ability to find a parking place is my secret superpower. With 8 years of driving experience I feel calm and prepared for almost every situation. But then I came to the United Kingdom.

I still like driving the car, but after about 4500kms on British streets, sometimes taking the bus is a nice change. Driving on the left wasn’t as difficult as expected, you just have to follow the other cars and be a little more careful when you hit a roundabout. But to be honest, there have been one or two situations in which I turned left and ended up on the wrong side, but it only ever happened on streets with no other cars around.

Daring as we are our first destination after arriving in the UK with the ferry was London. It was crowded, loud and I swore a lot. Especially when we took the same street for the tenth time to find a parking lot. But much more terrifying was our journey to Saffron Walden one week later, which brought us from the motorway onto an A-street, leading to a narrow, dark country road seamed with high hedges. At night. Shortly after arriving Maries encouraging comment was:

„But the road you took to came here, wasn’t the narrow one.“

Well, she was right. There is always an even more narrow road. Again and again Google Maps lead us into roads almost too small for Marius, with sudden turns and small passing places for approaching vehicles, which most of the time seemed to be sprinters. Elsa, who has to sit in the middle of the road thanks to the situations of driving left in a german car, had some moments of shock and horror, when a big car approached with 75km/h.

Are you sure, we are still on a road?

It’s odd what counts as a street for google maps. Asphalt? Nah, a street doesn’t need that! Though some of the most narrow roads where in Cornwall, as they used to be seamed with two to three meter high hedges and trees, our main OMG-we-cant-turn-around-anymore-but-this-path-doesn‚t-look-like-we-should-go-on-moment was while searching for the parking lot to go hiking at Glen Coe. The path was in the middle of the forrest, muddy and full of leaves, next to a small stream. Also pretty scarring was going up Porlock Hill in exmoor. Wikipedia says, it’s leading up to 400m heights in only 3,2km of way, so our fear of just rolling backwards down again was real!

Despite the shock moments, we drove pretty safely through the whole of England and Scotland, except that on one of the wider streets someone hit our side mirror. Still there isn’t much as beautiful as driving along a coast way watching the sun set, taking an almost empty road through the foggy Highlands or driving under blue skies in Essex.

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I would walk five hundred miles – Die Geschichte vom Laufen

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Wer mich kennt, also so wirklich kennt und Alltag mit mir bestreitet, weiß, dass Laufen ein schwieriges Thema ist. Ich bin nicht generell bewegungsfaul, aber egal wie fit ich war (zur Zeit bin ich es nicht mehr so, aber früher, als ich regelmäßig schwamm und Fahrrad fuhr), ich fand Laufen schon immer doof. Und mit Laufen meine ich nicht Rennen, sondern Spazieren gehen, von A nach B kommen, die 5 Minuten zur Bushaltestelle gehen. Laufen war irgendwie immer falsch.

Ich lauf doch nicht!

Es gibt da diese Anekdote aus der Gymnasialzeit: Die Bushaltestellen waren recht nah an der Schule, die eine etwas weiter die Straße rauf als die andere, und man konnte irgendwie schon von weitem sehen, wenn der Bus kam. J. und S. und ich hatten Schulschluss und als der Bus plötzlich nahte, rannten beide los.

„Kadi! Los!“

Doch auf meinem Gesicht war nur Unverständnis zu sehen.

„Ich lauf doch nicht!“, platze es trotzig aus mir heraus, der nächste Bus kam in zehn Minuten und ich renne doch nicht mit schwerem Rucksack die Straße hoch, also echt?

Der Satz sollte mich nicht nur Tage oder Wochen sondern Jahre verfolgen. Meine ganze Familie inklusive aller engen Freunde, auch die, die nicht an der Situation beteiligt waren, geben regelmäßig ein „Ich lauf doch nicht!“ von sich, wenn es irgendwie um mich und laufen geh.

Das gemeine ist, mein Laufproblem ist keins, was nur aus Faulheit besteht, ich neigte Jahre lang dazu, bei jeder Kleinigkeit umzuknicken und meine Bänder in den Füßen sind total versaut. Wenn ich von Null auf Hundert losgehe, verkrampfen sich meine Füße und tun weh. Das wird so schlimm, dass ich irgendwann mit den Tränen kämpfend neben meiner Begleitung herschlürfe wie ein Zombie und jeden Schritt verfluche. Die Angst davor, dass das passiert, ist meistens schon das größte Argument gegen das Laufen, und bis vor ein paar Wochen habe ich jeden Weg genauestens abgeschätzt und mir schon vorher Gedanken darüber gemacht, was passiert, wenn ich plötzlich nicht mehr weiter komme, wenn alles weh tut, wenn ich mal wieder blockiere.

Angst vor der Angst vor der Angst vor der…

Angst und zu viel denken macht meistens alles schlimmer und endete oft darin, dass ich viel zu viel über den Schritt, über meine Fußstellung und meine Haltung nachdachte, und nie, wirklich nie entspannt gegangen bin. Witzigerweise war das schon immer anders, wenn es darum ging, irgendwo zu laufen, wo ich es wirklich wollte, Sight-Seeing in London? Kein Ding. Wenn ich abgelenkt war und mich nicht unter Druck fühlte, ging gleich alles viel besser..

Obwohl wir jetzt mit dem Auto unterwegs sind, lässt sich Laufen natürlich nicht vermeiden und was soll ich sagen? Es wird immer besser. So viel besser. Elsa schaut mich immer mal wieder völlig erstaunt an, vor allen Dingen wenn ich Sätze wie „Google Maps sagt das sind nur 12 Minuten, da brauchen wir keinen Bus nehmen“, sage. Wir sind durch London gegangen, durch Brighton, durch Saffron Walden, nicht nur um von A nach B zu kommen, sondern auch einfach so. Wir sind zum Strand in Whitsand Bay eine Steilküste abgestiegen mit unendlich vielen Stufen und wackeligen Wegen und am nächsten Tag haben wir eine verlassene Hütte auf einem einsam stehenden Hügel besucht. Ich merke, dass mir das Laufen immer einfacher fällt, das meine Oberschenkel kräftiger werden und ich meinen Kopf dabei ausschalten kann. Für mich ist das etwas unglaublich phänomenales, weniger wegen der Strecken, die ich zurück legen kann, als wegen der Tatsache, dass ich keine Angst mehr davor habe,  zu Fuß unterwegs zu sein, selbst wenn Elsa sagt, dass es eine 30 Minuten Strecke ist.

ENGLISH

Everyone who knows me, like really knowing and spending daily life with me, know how much I despise walking. You can’t say I am lazy to move in general, but no matter how fit or in which condition I was, I always hated walking. And I am not talking about running, it’s just about simply walking, getting from A to B, the 5 minutes walk to the bus stop. Walking just always felt wrong. 

As if I would run!

There is this anecdote from school days: Our bus station was pretty close to the school ground, when you were walking towards it, you could see when a bus was coming or already waiting. It was end of school and J., S. and I walked to the stop as suddenly the bus arrived and my friends started running. 

„Kadi! Come on!“

But they could only see incomprehension on my face. 

„As if I would run!“, I bursted out loud, the next bus was coming in ten minutes, no reason at all to run down a street with a heavy school bag on my back. 

This sentence was doomed to stay with me forever. Everyone, my family and friends, lots of people who did not witnessed this situation are commonly saying it again and again as soon the topic turns to walking and me. 

What no one wanted to understand is, that my walking problem never was one of simply laziness. For years I snapped my ankles in every thinkable situation, over stretched the ligaments in my feet. Whenever I started walking too quickly and at a too high pace everything cramped up painfully. Sometimes it got so worse, I had to fight with tears with every step. The fear of this happening was always so huge, that it turned out to be my favourite reason against walking and just six week ago I was still overthinking every short walk.

The fear of fear of fear…

Fear and too much thinking make most things worse and ended in me thinking about every single step I took. To look for the way I would hold my feet or how I rolled over them, I never really walked relaxed. Funnily, whenever walking was about looking at something nice, like sight seeing in London, or when I felt no pressure behind it, it worked a lot better.

At the moment we travel by car, but of course traveling and exploring cities include a lot of walking and what can I say? I gets better. So much better. Sometimes Elsa looks strange at me, or a bit bewildered, especially when I say things like: „Google Maps says it’s just a 12 minutes walk, we don’t need a bus.“. We walked through London, Brighton, Saffron Walden, Glasgow, the Exmoor, we walked not only to get from A to B but just because. We managed to more or less walk down the cliff coast at Whitsand Bay to get to the beach, and stumple over lots of steel steps and small paths to see a lonely hut with nothing but the ocean around. I feel that my legs grow stronger and that I can stop my head from spinning so much.  It’s a liberating and amazing, not only because of the distance I suddenly walk without problem, but mostly because I feel no fear or panic anymore, even if Elsa tells me it’s a 30 minutes walk. 

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The Map – Let’s go get lost right here in the UK

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Wir düsen jetzt schon fast vier Wochen durch diese wunderschöne Land, und egal wie oft wir zu enge Landstraßen entlang fahren oder durch schnuckelige Dörfer kommen, immer wieder liegt uns ein Lächeln auf den Lippen oder wir seufzen beide völlig verzückt. Es ist einfach so schön hier.

Da wird mit den Postings gar nicht so schnell hinterher kommen, wie wir fahren und selber nicht den Überblick verlieren wollen, wo wir eigentlich waren und was wir so gesehen haben und gern sehen wollen, habe ich eine Karte bei Google Maps angelegt, in der die Route und alle Zwischenstopps, inklusive kleiner Anmerkungen, festgehalten werden. Jetzt könnt ihr quasi noch mehr live dabei sein.

Falls ihr noch tolle Tipps habt, Orte wisst, an denen wir unbedingt gewesen sein müssen oder wisst, wo man gut (glutenfrei und vegetarisch) essen kann, sagt schnell bescheid, dann können wir das in die Karte aufnehmen!

Hier geht es zur Gin & Apples Map.

ENGLISCH

We are already traveling this beautiful country for almost four weeks now and no matter how often we cruise the too small country roads or pretty small towns, we never stop smiling or sighing out loud, because everything is just so beautiful.

As we don’t type up our posts as fast as we drive, I made a map with Google Maps that shows our route, lots of places and little notes to every stop we made, so you can follow us even better.

If you have some more great tips, want us to visit or know a place where we can have a great glutenfree, vegetarian meal, please share it with us in the comments and we can put it on our map.

Off to the Gin & Apples map here.

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Anticipation – A Playlist

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Dienstag gehts es los, das ist einfach quasi fast morgen! Kaum zu glauben, wie schnell die letzen Wochen rumgegangen sind. Meine Vorfreude ist riesig, auch wenn ich gleichzeitig immer trauriger werde. Der Gedanke daran, wen und was ich hier erstmal zurück lasse, ist mit jedem Tag beängstigender. Um mich ein bisschen davon abzulenken, habe ich euch eine Vorfreuden-Playlist auf Spotify gebastelt, denn was ist schon ein Road Trip ohne gute Musik?

12 Songs, die sich für mich nach Reisen, nach Vorfreude, nach los ziehen und frei sein anhören und anfühlen. Und hier geht es auch gleich zur Playlist.

Fat Fashion, fuck you attitude, cupcakes, unicorns & videogames. Cloud castle architect. Killerqueen. Graphic designer with a weak spot for hipster fonts.

Fokus | Focus

Focus

Das mit dem Fokussieren ist manchmal gar nicht so einfach. Monate lang denkt man immer nur daran, dass irgendwann im Sommer da mal irgendwas passiert. Dann ist plötzlich Juli und die To-Do Liste platzt aus allen Nähten und gerade, wenn man denkt, dass endlich alles im Flow ist, dass die schlimmsten bürokratischen Sachen über den Berg sind, tauchen neue Probleme auf. Dabei fokussiert zu bleiben und daran zu glauben, dass am Ende das Richtige raus kommt, ist wirklich schwierig.

Es gibt eben immer das Gute, das Schlechte und das ganz Schlimme. Als wir das Auto abgeholt und sicher von Hamm hier her gefahren haben, war ich hell auf begeistert. Mein eigenes Auto, es ist groß und fährt gut, und ich sitze so hoch, dass ich alles total toll überblicken kann. Und dann fährt man sicher und zufrieden damit hin und her und hin und her und hin und her und plötzlich blinkt da eine kleine gelbe Leuchte auf und wie auf einem Barometer schwingt mein Fokus hektisch aus und steht anstatt auf „Gut“ auf „Ganz Schlimm“.

Plötzlich wird alles wieder unscharf und schwebt in bunten Farben um einen rum, man weiß nicht wo man Anfangen soll und man gerät in eine Art Schockzustand und manchmal auch an den Punkt, wo man am liebsten nur den Kopf unter die Bettdecke stecken und alles an sich vorbei ziehen lassen möchte.

Tief durchatmen und nicht schreiend im Kreis rennen, ist schon mal der erste und wichtigste Schritt. Und dann? Akzeptieren, dass nicht immer alles tutti-frutti nach Plan läuft. Unsicherheit wird ein ganz großer Teil von den nächste Monaten sein, denn wir können nicht immer ganz genau planen was passieren wird.

Das mit der Kontrolleuchte war alles halb so schlimm, und dann hat das Auto mich sicher von Bielefeld, nach Hamburg, nach Dresden und zurück nach Bielefeld gebracht. Wird schon irgendwie, dachte ich mir, stieg gestern in unser Auto um Altkleidersäcke wegzubringen und dann? Dann springt es nicht an.

Nachdem ich von meinen Eltern abgeholt wurde, habe ich erstmal eine Stunde lang wie ein Schlosshund vor mich hin geheult und sehr dramatische Sprachnachrichten an Elsa geschickt. Es ist eben nicht immer alles gut und es läuft nicht immer alles nach Plan. Aber schlussendlich sollte das Auto  ja eh zum Durchchecken noch mal in die Werkstadt.

Was ist also die Quintessenz? Sich auf die guten Dinge und auf das Gefühl, dass am Ende das richtige dabei raus kommt, zu fokussieren ist wichtig, ist essenziell. Trotzdem muss ich lernen offen zu sein, offen für Eventualitäten und Planänderungen, für Hindernisse und Steine, für Hürden und Challenges, ohne dabei den Fokus zu verlieren.

ENGLISH

Focusing sometimes really isn’t easy. For months it was just that thought that somewhen in summer something is going to happen. And suddenly it’s July and the to-do list is bursting at the seams, jut when you think, everything is in flow and the worst of the bureaucratic is done, new problems arise. Staying focussed and believe that everything will turn our right in the end can be kinda hard then.

There is always the good, the bad and the ugly. When we picked up our car and I drove it safely from Hamm to Bielefeld, I was complete enthusiastic about how perfect that car is for us. Its roomy and nice and feels safe. And so I was super satisfied for a few days, took the car even for small things and everything was fine till suddenly this small little yellow warning light light up and my focus barometer dropped from good to ugly within micro seconds.

Suddenly everything is blurry and in a colorful rush, you don’t longer know where to start or what to do and you drift into this state of shock where you just want to burry your head in your bedding.

Taking a deep breath and not running around screaming is the first thing to do, but then? Accept that not everything is easy peasy and according to plan all the time. Uncertainity is something that will be a great part of our journey and the next month, because we won’t be able to plan every little detail.

The thing with the warning light turned out to not be something bad and the car drove me super safe till Hamburg, then to Dresden and back to Bielefeld. Yesterday me and mum took my car to drive some old-clothes bags to the collectiong point and right there on the parking place my car didn’t want to start anymore.

My parents picked me up with the other car and I cried like 5 year old toddler for an hour and send really dramatic voice mails to Elsa. It’s not perfect all the time and things go wrong, but in the end we wanted to bring the car the to car service station for a final check up anyway.

So what’s the bottomline? Focus on the good things and on the feeling that everything will be fine and right in the end is important, is essential. But I do have to learn to be open for all the eventualities and changes of plans, challenges and obstacles without losing said focus.

 

 

Fat Fashion, fuck you attitude, cupcakes, unicorns & videogames. Cloud castle architect. Killerqueen. Graphic designer with a weak spot for hipster fonts.

Desicion making

Ich treffe Entscheidungen meistens aus dem Bauch heraus.

„Wenn du echt nach England ziehst, kann ich dann mit?“
„Klar!“

Mein Bauch, den ich übrigens von Innen als auch von Außen sehr lieb gewonnen habe, gibt dann entweder ein nettes Kribbeln oder ein ungutes Uuuarghs-Gefühl von sich und ich entscheide Dinge innerhalb von Sekunden.

„Was wäre wenn wir anstatt nach London zu fahren, einen Road Trip machen?„Hmm… ja?“
„Ja!“
„Okay!“

In letzter Zeit scheint alles nur noch aus Entscheidungen zu bestehen. Egal, ob ich abends durch das Bücherregal gehe und mich frage, ob ich diesen Kitschroman mit dem hübschen roten Einband und der Goldprägung wirklich in die Momox-Kisten packen sollte, oder vielleicht doch noch behalte? Bis eben hin zu der Frage: Möchte ich mein ganzes Leben auf den Kopf stellen und einfach mal so kündigen?

Komischerweise fallen mir die großen Entscheidungen oft einfacher. Denn ja, ich will nach London und verdammt ein Road Trip vorher klingt super. Aber das Buch…? Vielleicht liegt es daran, dass die Entscheidung zu treffen, seinen Job zu kündigen und nach London oder nach England zu gehen so abstrakt ist, dass erstmal in der direkten Zukunft oder im Jetzt, nichts passiert. Die Entscheidung steht, mehr aber nicht, alles weitere ist Zukunft, die mich später irgendwann einholen wird. Beim Aussortieren des Kleiderschrankes, des Bücherregals oder der Schminkschublade ist das was ganz anderes. Denn jedes Teil, gegen das ich mich entscheide, ist weg – und zwar sofort.

Direkte Konsequenzen beeinflussen meine Entscheidungsfähigkeit maßgeblich, trotzdem glaube ich, das, wie alles andere im Leben auch, Entscheiden reine Übungssache ist. Erstmal im Flow fliegen die Bücher nur so in die Verkauf-den-Scheiss-Kiste und erstmal die Entscheidung getroffen „Alles muss raus!“, macht auch die vielen kleinen Momente, in denen man das Teil in der Hand ihn und her dreht, viel einfacher.

ENGLISCH

Most of the time decision making is based on my gut instinct.

„If you really leave Germany to move to UK, can I come with you?“
„Sure!“

My gut and belly,  which I by the way learned to love from the inside and the outside, makes a lovely flutter or gives me a terrifying uaargh-feel and within seconds when I decide the things I have to decide.

„What if we do a road trip instead of just moving to London?
„Hmm.. .yes??“
„Yes!“
„Alrigh!“

Lately my life seems to be made out of making decisions. It doesn’t matter wether its a simple one like going through my bookshelf, picking up books and deciding if I really want to throw away that lovely history romance novel with the sweet golden imprint? Or something a lot bigger like: Do I want to change up everything in my life and quit my job?

Funnily enough the big decisions sometimes are a lot more easy. Cause yes thanks, I am really sure I want to move to England yes damn a road trip sounds fantastic but the book…? Maybe it really depends on the fact that most of the big decisions like putting a job and leaving your hometown almost always feel pretty far away and don’t influence me right in that second I make them. It is just a deciding that is made and everything regarding to it will come up in the close or more far away future. But the book or the dress or that one lipstick I really like but never really use – that is something that leaves the house immediately as soon asI decide to throw it in the trash or sell it.

Immediate consequenses influence my decision making strongly, still I think being able to make desicions straight forward and quick is something, as almost everything, that can be learned. Once I am in the flow every moves into the „Sell this Shit!“ box quite quickly.

Fat Fashion, fuck you attitude, cupcakes, unicorns & videogames. Cloud castle architect. Killerqueen. Graphic designer with a weak spot for hipster fonts.