A perfect autumn day in York

Heute genau vor einem Jahr, am 28. September 2015 waren wir in York. Warum wir es innerhalb eines Jahres nicht geschafft haben, unsere Reise endlich mal fertig zu bloggen weiß niemand so genau, aber ich würde einen großen Batzen Lachgummi auf Faulheit verwetten. Naja, entschuldigen hilft ja nicht, am Ende wollen wir das ja schließlich eh für uns machen, und deswegen schmeiße ich jetzt die Zeitmaschine an und blicke zurück auf York.

York Minster and blue skies

Von Manchester aus fuhren wir quer durchs Land, landeten in Leeds, wo wir nur einen warmen Nachmittag verbrachten, um dann bei Familie Flowers irgendwo zwischen Leeds und York die ersten von zwei Nächten im vielleicht am besten eingerichteten Airbnb der ganzen Reise verbrachten. Noch nie hat ein Zimmer so gut gerochen, noch nie war eine Küche so gemütlich. Am nächsten Morgen sind wir ganz früh los und in das wunderhübsche Städtchen York gefahren, wo wir zwar ungefähr drölfzighundert Pfund für das Parkhaus bezahlen haben, aber trotzdem einen perfekten Herbsttag verbringen konnten.

Die beste heiße Schokolade?

York ist unfassbar schön, die mittelalterliche Altstadt mit den engen Gassen so charmant und das sonnige Wetter machte alles noch viel schöner. Wir sind über einen kleinen Markt geschlendert und Elsa schwärmt noch heute von den frischen und süßen Feigen, die sie dort kaufte. Wenn ihr mal in York seid, solltet ihr auf keinen Fall die beste heiße Schokolade eures Lebens verpassen. Die gibt es in der Monk Bar und zu jedem Becher, es gibt unterschiedliche Sorten, darf man sich eine von den tollen Pralinen oder Trüffeln aussuchen.

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Ich finde York ist auf jeden Fall einen Besuch wert, unser Tag bestand zwar hauptsächlich aus ein bisschen schlendern, essen, ein bisschen weiter schlendern, essen und noch ein bisschen mehr schlendern, aber wir haben es richtig genossen. Zwischendurch kann man die  beeindruckende Kathedrale „York Minster“ und den dahinter liegenden Park besuchen,  durch die ganzjährig geöffneten Christmas Shops stöbern oder sich, wie wir,  in alle Kuscheltiere im Disney Shop verlieben.

ENGLISH

Today exactly one year ago, on the 28th of September 2015 we visited York. I actually can’t say why we still haven’t managed to blog all of our journey, but I’d bet a good amount on laziness. Well, let’s hit the time machine and look back one year ago.

After Manchester we crossed the country and ended up in Leeds, where we only spend one warm afternoon before driving to our Airbnb somewhere in the middle between Leeds and York. Maybe this was the most beautifully decorated and definitely nicest smelling stay on our journey and we totally enjoyed the cosy kitchen and our hosts. On the next morning we hit the road early for a day trip to York.

Best hot chocolate!

York is stunning, the medieval Old Town with the small closes is just charming and the sun made everything even better. Elsa bought fresh and sweet figs on a little market and she is still raving about them today. If you ever visit York don’t miss the best hot chocolate of your life at Monk Bar, where you get a delicious praline with every cup of cocoa.

York is worth a visit, even though our day was mostly walking, eating, more walking and more eating we totally enjoyed ourselves. Meanwhile you could also visit the York Mister and the beautiful park behind the cathedral, have a look at the Christmas shops or, like we did, fall in love with all the plushies in the Disney Store.

Fat Fashion, fuck you attitude, cupcakes, unicorns & videogames. Cloud castle architect. Killerqueen. Graphic designer with a weak spot for hipster fonts.

Let’s make some plans and visit Bath

Inzwischen ist schon Januar 2016, aber trotzdem würde ich euch gerne noch mal in den September 2015 entführen, denn irgendwo da sind wir in Cornwall stehen geblieben, mitten in der Erzählung unserer Abenteuer auf der Straße.

Pläne schmieden

Nachdem wir eine lange Zeit, die mir von heute aus betrachtet noch länger vorkommt, in Cornwall verbrachten, war eins klar: Wir brauchen einen Plan. Also planten wir. Wir buchten Airbnbs für alle großen Städte die wir auf dem Weg in den Norden sehen wollten und hatten den Plan, ziemlich schnell voran zu kommen, da wir beide irgendwie kaum erwarten konnten, nach Schottland zu kommen. Das Städte-Hopping war dafür eine super Möglichkeit, so konnten wir viel mitnehmen, aber auch schneller voran kommen, da die großen Städte im Norden alle durch gute Autobahnen verbunden sind. Der Plan sah wie folgt aus: Einen Tag in Bath verbringen, von da ins Airbnb nach Bristol zu fahren und ein paar Tage zu bleiben, danach bis Birmingham für einen Tagesaufenthalt fahren und eine Nacht im Auto, gefolgt vom Trip bis Manchester, wo wir bei einer Freundin unterkamen, danach weiter nach Leeds, York und Newcastle bis wir die Grenze überfahren um Richtung Glasgow zu reisen.

Retrospektiv haben wir uns für all das doch relativ wenig Zeit genommen, trotzdem glaube ich, dass wir in der dritten oder vierten Woche des Road Trips genau das brauchten, um nicht zwischen den Stationen irgendwo im Nirgendwo verloren zu gehen. So romantisch es sich anhört, einfach dahin zu fahren, wo der Herzkompass hinzeigt, so scheiße ist es aber manchmal auch, wenn man nicht den Luxus eines Campers mit Toilette oder Gasherd hat.

Besuch im Weltkulturerbe

Was kann ich zu Bath sagen? Eigentlich gar nicht so viel. Von Exmoor aus fuhren wir nach Norden bis Bath, wo wir auf einem Park and Ride zwischenparkten, um den Bus in die Stadt zu nehmen. Dort suchten wir uns als erstes einen Ort zum Mittagessen, unsere Wahl fiel auf „The Stables“, eine lokale Kette mit der Option auf glutenfreie Pizza für Elsa. Die Vierkäse-Pizza war absolut deliziös.

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Danach haben wir einen Rundgang durch die definitiv schöne Stadt gemacht, ein Kurort mit interessanter und historischer Architektur und natürlich den alten römischen Bädern als zentrale Sehenswürdigkeit. Eins der Bäder zu besuchen kostet leider furchtbar viel, also blieb uns nur der Blick von außen. Ich denke, dass Bath mit einer Stadtführung sehr viel Historie zu bieten hat, für uns war es aber nur ein kleiner Zwischenstop bevor wir Abends in einem unserer Lieblings-Airbnbs ankamen: bei Rob und Betty in Bristol.

ENGLISH

It’s January 2016 already, but I want you to come back to September 2015 with me. Somehow we got stuck somewhere close to Cornwall while telling you about our adventures on the road.

Making plans

After spending what feels like an even longer time looking back now, in Cornwall, we decided we needed a plan. And so we planned. We booked Airbnb’s for all the mayor cities we wanted to visit and had the plan of going up north pretty fast now, as we both somehow couldn’t wait for hitting Scotland. City hopping seemed like a good way of seeing a lot of stuff and getting forward, as most of the mayor cities in north England are connected with highways. Our plan was to look at Bath just for a day, go close to Bristol and spend a few nights in an Airbnb there, then drive to Birmingham and sleep in the car for a night somewhere, followed by going up to Manchester staying with a friend and doing Leeds, York and Newcastle next before hitting Glasgow.

In retrospective we really rushed through this a little, but I know that during the 3rd or 4th week of our road trip I really needed things to speed up a little and to have a plan for the next weeks, so we wouldn’t get lost in driving somewhere without actually knowing where to go or where to stay. As romantic as it sounds to just drive where your heart leads you, as shitty it can sometimes be, if you don’t have a real camper with the option of going to the loo or making some dinner.

Visiting a World Cultural Heritage

What can I tell you about Bath? Not much really, from Exmoor we drove North towards Bath, parked on a park and ride to take the bus into the city and spend the afternoon in town. We had a lovely lunch at „The Stable“ with Pizza with 4 different cheeses on it, a gluten free option for Elsa of course, and it was so delicious.

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Then we took a walk through the definitely beautiful city, a health resort with interesting and historic architecture and of course the Roman-built baths as it’s center piece. Visiting one of the old baths unfortunately costs a fortune and so we just looked at everything from the outside and popped into a few shops here and there. I think if you take the time for a guided tour there is lots of interesting stuff about Baths history to discover, for us it was just a quick stop before we ended our day with arriving at maybe one of our most favorite Airbnbs, with Rob & Betty.

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Cornwall – So schön, so schrecklich | Cornwall – Beautiful & Cruel

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Cornwall. Was soll ich sagen? Du hast es uns nicht leicht gemacht. Also, wir haben es wirklich versucht. Wirklich. Und um ehrlich zu sein, war unser Anfang mehr als schön. Erinnerst du dich an unsere ersten Tag? Ja? Dieser wundervolle Sommertag im September, den wir gemeinsam an der Küste von Whitsand Bay verbracht haben. Du hast uns zugeschaut, wie wir im Sand gechillt haben, wie wir im Meer schwammen und wie wir die Zeit zwischen Steilküste und Strand genossen haben. Es war magisch.

Mystische Liebe

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Oder erinnerst du dich an unseren zweiten Tag? Du hast uns mystische Wolken und abenteuerliche Winde geschickt, als wir die verlassene Kapelle auf der spitze eines einsamen, grünen und mit blühender Heide bedeckten Berges entdeckt haben. Du hast uns die Romantik deiner Landschaft gezeigt und das wissen wir zu schätzen. Das weißt du.

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Erinnerst du dich an die Tage, an denen wir Minehead und Porlock erkundeten? Diese zwei wunderschönen, kleinen Städtchen. Oder unsere Zeit in Newquay? Bitte sag nicht, dass du bereits vergessen hast, wie sehr wir die mächtigen Wellen bewundert haben, die du für die Surfer an den Strand gespült hast. Die Spaziergänge durchs Watt, unser Lachen und das Strahlen in unseren Augen, als wir deine unglaubliche Landschaft betrachteten.

Ein Ende im Regen

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Cornwall. Kannst du mir bitte sagen, was passiert ist? Kannst du mir bitte sagen, was wir falsch gemacht haben? Nach all den schönen Tagen hast du uns Regen gesendent. Viel Regen. Graue Wolken. Du hast uns gezwungen, mit zwei Fremden in einem Zimmer zu nächtigen, da es unmöglich war, im Auto zu schlafen, da du es hast Bindfäden regnen lassen. Du hast uns nach Ivybridge geschickt – den traurigsten Ort, den wir hier je sahen. Warum Cornwall? Warum hast du uns jeden Tag durch die kleinsten, engsten und kaum einsehbare Straßen geschickt? Warum hast du den Seitenspiegel unseres Autos abgerissen?  Warum mussten wir auf dem matschigsten Stellplatz stehen, den der Campingplatz zu bieten hatte? Warum wurdest du so kalt? So unglaublich kalt? Ich dachte, wir wären mehr als Freunde. Wirklich. Wir haben bei Bloody Mary Metal einen Ring gekauft, der uns immer an dich und die Zeit mit dir erinnern sollte, Cornwall. Aber du hast es uns verdorben. Du hast Schluss gemacht, bevor wir wirklich eine Chance hatten. Aber es ist okay. Ich bin wirklich okay damit. Ich weiß, es ist sicher aus einem guten Grund passiert. Und ich weiß auch, dass du jemanden finden wirst, der perfekt für dich ist. Ich wünsche dir dabei Glück. Wirklich. Und ich werde immer an die wenigen wundervollen Tage zurückdenken, die wir teilen durften.

ENGLISH

Cornwall. What shall I say? You didn’t made it easy to us. I mean, we tried. Really. And to be honest, our start was more than beautiful. Do you remember our first day? Do you? The wonderful, summer day in September we spent on your coast in Whitsand Bay. You watched us relaxing in the sun, swimming in the sea and enjoying spending time with your cliff coasts and your beautiful sandy beaches. It was magical.

Mystical love

Or do you remember our second day? You gave us mystical cloudy weather with adventurous winds and a hike to a abbandoned chapel on the top of a lonely, green hill covered with blooming heathers. You showed us the whole romance of your landscape and we appreciated it. We really did, you know that.

Do you remember the days we discovered Minehead and Porlock – these two beautiful, small towns, we really enjoyed exploring? Or our time in Newquay? Please, don’t say you’ve already forgotten the times we adored the mighty waves you brought at the beach, to please all the surfers. The strolls we took through the tideland, the laughter and the bright light in our eyes as we admired your outstanding landscape.

Break Up In The Rain

Cornwall, can you please tell me, what happened, then? Can you please tell me, what we’ve done wrong? Rain. After all the wonderful days you sent us rain. A lot. Rain. Grey clouds. You made us stay in a bedroom with two strangers, as you made it impossible to sleep in the car as you poured cat and dogs on us. You led us to Ivybridge – the saddest town we’ve seen so far. Why Cornwall?  Why did you sent us everyday on the smallest and cruelest streets? Why did you take the side mirror of our car? Why did you let us sleep on the slushiest pit the campsite had to offer? Why did you get so cold? So unbelievably cold? I thought we were more than friends. Seriously. I mean, we bought a ring at Bloody Mary Metal, which should us remember at the time we spent together, Cornwall. But you spoilt it. You broke up with us before we even had a serious chance. That makes me sad and I don’t understand why you did this. But it’s okay now. I’m fine. I know it happened for a reason. I know you’ll find someone, who is perfect for you. I wish you luck. Really. I do. And I will always think back to the few wonderful days we had.

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Abschied | Farewell

 

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Tschüss sagen ist nicht so meine Stärke. Ich halte es eher mit „Bis später“. Ein „Bis später“ trifft es aber irgendwie nicht so ganz, wenn man für eine unbestimmte Zeit ins Ausland geht. Und wenn wir ehrlich sind, ist dann ein Tschüss auch irgendwie unangebracht.

Mit anderen Worten: Das Verabschieden war schwieriger, als ich angenommen habe. Alles war gut, bis zu dem Tag, an dem ich Ute das letzte Mal traf. Wir hatten einen perfekten letzten Tag mit Essen und Magic Mike XXL. Doch als ich sie abends zum Zug brachte und wir uns am Bahnsteig verabschiedeten sickerte es durch: Ich fahre weg. Nicht nur 2 Stunden mit dem Zug, sondern weg im Sinne von weg. Weg. Und ich habe keine Ahnung, wann ich die Menschen, die ich liebe, wiedersehen werden. Klar, man ist durch das Internet immer verbunden, aber dennoch ist man erst einmal weg. Nicht mehr live dabei, wenn im Leben von Freunden und Familie etwas bahnbrechendes passiert.

So fand ich mich also im nächtlichen Dresden wieder, wartete auf meinen Bus gen Heimat und weinte. In der Öffentlichkeit. Und dass, obwohl ich eigentlich kein überemotionaler Mensch bin. Aber all der Stress der letzten Zeit kanalisierte sich in diesem Moment in den Abschiedsschmerz und ich weinte einfach. Aber ich kann euch sagen: Das Weinen in der Öffentlichkeit ist nicht schlimm. Erst die überforderten Blicke der anderen machen es dazu. Menschen eben.

Der nächste Abschiedshammer kam, als ich meine Familie verabschiedete. Zwar wohne ich seit ich 17 bin nicht mehr Zuhause und doch hat es mich wahnsinnig traurig gemacht, zu gehen. Nicht zu wissen, wann man sie wiedersieht. Und dabei den kleinen, leisen Gedanken im Hinterkopf zu haben, dass man sie aus rein egoistischen Gründen traurig macht. Immerhin werde ich viele neue Dinge erleben und (hoffentlich) viel Spaß haben, während die anderen Zuhause sitzen. Unfair? Vielleicht ein bisschen. Aber manche Dinge müssen eben sein. Und so müssen eben manchmal viele Tränen fließen.

Außerdem bin ich ja nicht aus der Welt – daher: Bis später!

ENGLISH

Saying good bye has never been my strong point. I rather go with „See ya“. But „See ya“ is quite inappropriate when you go abroad for an indefinite period. And to be honest – „Good bye“ seems also a bit missplaced.

In other words: My private farewells were more difficult than I’ve expected. In fact everything was fine till the day I met Ute the last time. We had a perfect day with great food and Magic Mike XXL. But than I brought her to the train station and in that very moment I understood what is going on here. I’m leaving. And I’m not leaving by train to go to the next big city. I’m leaving. And I have no clue when I will see my loved ones again. Yeah, in these times internet connects us all but nevertheless I will be abroad for a while and probably miss many things which are going on in their lives.

After saying farewell to her I found myself in the middle of Dresden, waiting for my bus back home and crying. In public. Despite the fact that I’m not one of the most emotional persons of all time. But all the supressed stress of the last months just broke out in form of tears. And I have to say: Crying in public itself is not so bad. The people who can’t cope with emotions are making it bad. Unfortunately.

The next terrible farewell came when I said goodbye to my family. To be clear I left my parents house with 17 but nontheless it made me unbelievably sad to leave and not to know when I’ll come back. Besides there also is the tiny, silly thought of sadden the loved ones for completely selfish reasons. So it’s me who will make new (hopefully fun) experiences while others remain at home. Unfair? Maybe a little bit. But some things have to happen. And so sometimes tears must be cried.

Furthermore I’m not on the other side of the word. Therefore: See ya!

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