Zweites Verlassen | Leaving Again

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Das letzte Mal, als ich Deutschland verließ, was ich einfach nur unglaublich gespannt auf unseren Road Trip, auf Urlaub und auf das Abenteuer das vor uns lag. Jetzt ist gerade mein Flugzeug gestartet, wir flogen aus der rosigen Nachmittagssonne in Amsterdam durch eine dicke Schicht Wolken und jetzt ist nur noch klarer Himmel und Sonnenschein zu sehen. Verlassen, mal wieder. Diesen mal musste ich ein bisschen mit den Tränen kämpfen, denn dieses mal ist es irgendwie ernster. Es ist nicht nur Spaß und romantische Road-Trip-Fantasien, sondern ein Plan für die Zukunft.

Es fühlt sich ebenso gut wie angsterfüllend an. Ich bin motiviert und super aufgeregt über das neue Jahr, auf der anderen Seite habe ich nie wirklich geglaubt, dass ich mal im Ausland leben würde. Natürlich war das im Auslandleben die erste Intention hinter dem ganzen Trip, trotzdem habe ich vorher nie erwartet, dass ich mal so weit weg von meiner Familie leben würden.

Familienmensch

Ich war irgendwie immer ein Familienmensch. Ich habe 26 Jahre mit meiner Familie zusammen gewohnt. Egal ob es während der Schulzeit, der Uni, während Praktika oder dem ersten richtigen Job war, Zuhause war immer eine Konstante für mich. Das selbe Haus in der selben Straße, die selben Menschen die auf mich warteten. Mit Papa reden, während ich mein Make-up im Badezimmer machte, in Mamas Küche sitzen und lachen, weinen und schreien. Mitternachtsflüsterein mit dem Bruder, Freunde mit nach Hause bringen, wann immer ich es wollte. Und nun? Zum ersten Mal in meinem Leben lebe ich nicht in diesem Haus. Und es ist gruselig, großartig, aufregend und ein kleines bisschen traurig.

Bald ist 2016 und ich habe viele Pläne im Kopf. So viele Ideen und ich bin bereit sie alle wahr werden zu lassen. Hart dafür zu arbeiten, dass mein neues Zuhause in Edinburgh auch wirklich mein Zuhause bleiben kann.

Falls ihr es noch nicht gehört habt, schaut unbedingt mal bei DRadio Wissen vorbei und lauscht dem Interview mit Elsa und mir, was wir kurz vor Weihnachten gegeben haben.

ENGLISCH

The last time I Ieft Germany I was full of excitement for our road trip, for going on holiday and for the adventure ahead. Now my plane just started with the sun just turning a little rosy, dived through a thick layer of clouds and we are flying in beautiful sunshine now. I am leaving again. And I had to fight the tears, cause this time leaving is serious. It’s not just fun and romantic road trip fantasies but a plan and a future ahead of me.

This feels as great as it feels strange. I am really pumped and motivated for the next year on the other hand I never really thought I would be living abroad. Sure being abroad was my first intention for this trip, but still I never really thought I really would live so far away from my family.

Family person

I’ve always been a family person and I lived with them for 26 years. No matter if it was school, university, internships or work, somehow this part of my life was always the same. The same house, the same street, the same people waiting for me. Talking with Papa in the bathroom while doing my make-up, sitting in Mum’s kitchen laughing, crying, screaming. Going downstairs and visiting my grand parents, late night talks with my brother, bringing friends over when ever I wanted. And now? For the first time in my life I don’t live in the same house. It’s scary. It’s great. It’s exciting but a little bit sad.

Now 2016 is starting and there are so many plans in my head. So many ideas and I am willing to make them all true, to work hard for my new life in Edinburgh. For my new home.

Fat Fashion, fuck you attitude, cupcakes, unicorns & videogames. Cloud castle architect. Killerqueen. Graphic designer with a weak spot for hipster fonts.

I would walk five hundred miles – Die Geschichte vom Laufen

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Wer mich kennt, also so wirklich kennt und Alltag mit mir bestreitet, weiß, dass Laufen ein schwieriges Thema ist. Ich bin nicht generell bewegungsfaul, aber egal wie fit ich war (zur Zeit bin ich es nicht mehr so, aber früher, als ich regelmäßig schwamm und Fahrrad fuhr), ich fand Laufen schon immer doof. Und mit Laufen meine ich nicht Rennen, sondern Spazieren gehen, von A nach B kommen, die 5 Minuten zur Bushaltestelle gehen. Laufen war irgendwie immer falsch.

Ich lauf doch nicht!

Es gibt da diese Anekdote aus der Gymnasialzeit: Die Bushaltestellen waren recht nah an der Schule, die eine etwas weiter die Straße rauf als die andere, und man konnte irgendwie schon von weitem sehen, wenn der Bus kam. J. und S. und ich hatten Schulschluss und als der Bus plötzlich nahte, rannten beide los.

„Kadi! Los!“

Doch auf meinem Gesicht war nur Unverständnis zu sehen.

„Ich lauf doch nicht!“, platze es trotzig aus mir heraus, der nächste Bus kam in zehn Minuten und ich renne doch nicht mit schwerem Rucksack die Straße hoch, also echt?

Der Satz sollte mich nicht nur Tage oder Wochen sondern Jahre verfolgen. Meine ganze Familie inklusive aller engen Freunde, auch die, die nicht an der Situation beteiligt waren, geben regelmäßig ein „Ich lauf doch nicht!“ von sich, wenn es irgendwie um mich und laufen geh.

Das gemeine ist, mein Laufproblem ist keins, was nur aus Faulheit besteht, ich neigte Jahre lang dazu, bei jeder Kleinigkeit umzuknicken und meine Bänder in den Füßen sind total versaut. Wenn ich von Null auf Hundert losgehe, verkrampfen sich meine Füße und tun weh. Das wird so schlimm, dass ich irgendwann mit den Tränen kämpfend neben meiner Begleitung herschlürfe wie ein Zombie und jeden Schritt verfluche. Die Angst davor, dass das passiert, ist meistens schon das größte Argument gegen das Laufen, und bis vor ein paar Wochen habe ich jeden Weg genauestens abgeschätzt und mir schon vorher Gedanken darüber gemacht, was passiert, wenn ich plötzlich nicht mehr weiter komme, wenn alles weh tut, wenn ich mal wieder blockiere.

Angst vor der Angst vor der Angst vor der…

Angst und zu viel denken macht meistens alles schlimmer und endete oft darin, dass ich viel zu viel über den Schritt, über meine Fußstellung und meine Haltung nachdachte, und nie, wirklich nie entspannt gegangen bin. Witzigerweise war das schon immer anders, wenn es darum ging, irgendwo zu laufen, wo ich es wirklich wollte, Sight-Seeing in London? Kein Ding. Wenn ich abgelenkt war und mich nicht unter Druck fühlte, ging gleich alles viel besser..

Obwohl wir jetzt mit dem Auto unterwegs sind, lässt sich Laufen natürlich nicht vermeiden und was soll ich sagen? Es wird immer besser. So viel besser. Elsa schaut mich immer mal wieder völlig erstaunt an, vor allen Dingen wenn ich Sätze wie „Google Maps sagt das sind nur 12 Minuten, da brauchen wir keinen Bus nehmen“, sage. Wir sind durch London gegangen, durch Brighton, durch Saffron Walden, nicht nur um von A nach B zu kommen, sondern auch einfach so. Wir sind zum Strand in Whitsand Bay eine Steilküste abgestiegen mit unendlich vielen Stufen und wackeligen Wegen und am nächsten Tag haben wir eine verlassene Hütte auf einem einsam stehenden Hügel besucht. Ich merke, dass mir das Laufen immer einfacher fällt, das meine Oberschenkel kräftiger werden und ich meinen Kopf dabei ausschalten kann. Für mich ist das etwas unglaublich phänomenales, weniger wegen der Strecken, die ich zurück legen kann, als wegen der Tatsache, dass ich keine Angst mehr davor habe,  zu Fuß unterwegs zu sein, selbst wenn Elsa sagt, dass es eine 30 Minuten Strecke ist.

ENGLISH

Everyone who knows me, like really knowing and spending daily life with me, know how much I despise walking. You can’t say I am lazy to move in general, but no matter how fit or in which condition I was, I always hated walking. And I am not talking about running, it’s just about simply walking, getting from A to B, the 5 minutes walk to the bus stop. Walking just always felt wrong. 

As if I would run!

There is this anecdote from school days: Our bus station was pretty close to the school ground, when you were walking towards it, you could see when a bus was coming or already waiting. It was end of school and J., S. and I walked to the stop as suddenly the bus arrived and my friends started running. 

„Kadi! Come on!“

But they could only see incomprehension on my face. 

„As if I would run!“, I bursted out loud, the next bus was coming in ten minutes, no reason at all to run down a street with a heavy school bag on my back. 

This sentence was doomed to stay with me forever. Everyone, my family and friends, lots of people who did not witnessed this situation are commonly saying it again and again as soon the topic turns to walking and me. 

What no one wanted to understand is, that my walking problem never was one of simply laziness. For years I snapped my ankles in every thinkable situation, over stretched the ligaments in my feet. Whenever I started walking too quickly and at a too high pace everything cramped up painfully. Sometimes it got so worse, I had to fight with tears with every step. The fear of this happening was always so huge, that it turned out to be my favourite reason against walking and just six week ago I was still overthinking every short walk.

The fear of fear of fear…

Fear and too much thinking make most things worse and ended in me thinking about every single step I took. To look for the way I would hold my feet or how I rolled over them, I never really walked relaxed. Funnily, whenever walking was about looking at something nice, like sight seeing in London, or when I felt no pressure behind it, it worked a lot better.

At the moment we travel by car, but of course traveling and exploring cities include a lot of walking and what can I say? I gets better. So much better. Sometimes Elsa looks strange at me, or a bit bewildered, especially when I say things like: „Google Maps says it’s just a 12 minutes walk, we don’t need a bus.“. We walked through London, Brighton, Saffron Walden, Glasgow, the Exmoor, we walked not only to get from A to B but just because. We managed to more or less walk down the cliff coast at Whitsand Bay to get to the beach, and stumple over lots of steel steps and small paths to see a lonely hut with nothing but the ocean around. I feel that my legs grow stronger and that I can stop my head from spinning so much.  It’s a liberating and amazing, not only because of the distance I suddenly walk without problem, but mostly because I feel no fear or panic anymore, even if Elsa tells me it’s a 30 minutes walk. 

Fat Fashion, fuck you attitude, cupcakes, unicorns & videogames. Cloud castle architect. Killerqueen. Graphic designer with a weak spot for hipster fonts.

Desicion making

Ich treffe Entscheidungen meistens aus dem Bauch heraus.

„Wenn du echt nach England ziehst, kann ich dann mit?“
„Klar!“

Mein Bauch, den ich übrigens von Innen als auch von Außen sehr lieb gewonnen habe, gibt dann entweder ein nettes Kribbeln oder ein ungutes Uuuarghs-Gefühl von sich und ich entscheide Dinge innerhalb von Sekunden.

„Was wäre wenn wir anstatt nach London zu fahren, einen Road Trip machen?„Hmm… ja?“
„Ja!“
„Okay!“

In letzter Zeit scheint alles nur noch aus Entscheidungen zu bestehen. Egal, ob ich abends durch das Bücherregal gehe und mich frage, ob ich diesen Kitschroman mit dem hübschen roten Einband und der Goldprägung wirklich in die Momox-Kisten packen sollte, oder vielleicht doch noch behalte? Bis eben hin zu der Frage: Möchte ich mein ganzes Leben auf den Kopf stellen und einfach mal so kündigen?

Komischerweise fallen mir die großen Entscheidungen oft einfacher. Denn ja, ich will nach London und verdammt ein Road Trip vorher klingt super. Aber das Buch…? Vielleicht liegt es daran, dass die Entscheidung zu treffen, seinen Job zu kündigen und nach London oder nach England zu gehen so abstrakt ist, dass erstmal in der direkten Zukunft oder im Jetzt, nichts passiert. Die Entscheidung steht, mehr aber nicht, alles weitere ist Zukunft, die mich später irgendwann einholen wird. Beim Aussortieren des Kleiderschrankes, des Bücherregals oder der Schminkschublade ist das was ganz anderes. Denn jedes Teil, gegen das ich mich entscheide, ist weg – und zwar sofort.

Direkte Konsequenzen beeinflussen meine Entscheidungsfähigkeit maßgeblich, trotzdem glaube ich, das, wie alles andere im Leben auch, Entscheiden reine Übungssache ist. Erstmal im Flow fliegen die Bücher nur so in die Verkauf-den-Scheiss-Kiste und erstmal die Entscheidung getroffen „Alles muss raus!“, macht auch die vielen kleinen Momente, in denen man das Teil in der Hand ihn und her dreht, viel einfacher.

ENGLISCH

Most of the time decision making is based on my gut instinct.

„If you really leave Germany to move to UK, can I come with you?“
„Sure!“

My gut and belly,  which I by the way learned to love from the inside and the outside, makes a lovely flutter or gives me a terrifying uaargh-feel and within seconds when I decide the things I have to decide.

„What if we do a road trip instead of just moving to London?
„Hmm.. .yes??“
„Yes!“
„Alrigh!“

Lately my life seems to be made out of making decisions. It doesn’t matter wether its a simple one like going through my bookshelf, picking up books and deciding if I really want to throw away that lovely history romance novel with the sweet golden imprint? Or something a lot bigger like: Do I want to change up everything in my life and quit my job?

Funnily enough the big decisions sometimes are a lot more easy. Cause yes thanks, I am really sure I want to move to England yes damn a road trip sounds fantastic but the book…? Maybe it really depends on the fact that most of the big decisions like putting a job and leaving your hometown almost always feel pretty far away and don’t influence me right in that second I make them. It is just a deciding that is made and everything regarding to it will come up in the close or more far away future. But the book or the dress or that one lipstick I really like but never really use – that is something that leaves the house immediately as soon asI decide to throw it in the trash or sell it.

Immediate consequenses influence my decision making strongly, still I think being able to make desicions straight forward and quick is something, as almost everything, that can be learned. Once I am in the flow every moves into the „Sell this Shit!“ box quite quickly.

Fat Fashion, fuck you attitude, cupcakes, unicorns & videogames. Cloud castle architect. Killerqueen. Graphic designer with a weak spot for hipster fonts.

Wacholderschnaps und Äpfel?

Es geht hier um das Leben. Das Leben in all seinen Facette. Um genau das Leben, das jenseits der Couch stattfindet. Um Abenteuer, gesprengte Grenzen, um das Loslassen und einfach mal Machen. Um das Suchen und vielleicht auch das Finden.

Gin & Apples – das sind Katrin und Elsa. Wir stecken irgendwo in unseren Zwanzigern und in einem Leben zwischen Bett und Büroalltag fest. Soll das alles sein? Bis zur Rente? Erst Studium, dann Job? In der immer gleichen Stadt, im immer gleichen Land, ein großer Urlaub im Jahr, um gut erholt einmal mehr in das Grau des Alltags einzutauchen?

Es hat uns große Überwindung gekostet, viele Kämpfe mit Comfort Zone und gelerntem Sicherheitsdenken, bis wir den Entschluss gefasst haben, all das hinter uns zu lassen, das sich seit langer Zeit viel zu falsch anfühlt, obwohl es doch eigentlich richtig sein sollte. Aber letztendlich ist es nicht das Leben, das wir führen wollen. Wir wollen nicht in einem nine-to-five-Job feststecken, der uns ein gutes Leben am Rande der Unzufriedenheit ermöglicht. Das Leben ist zu kurz, um zu funktionieren. Die Welt ist zu groß, um zu rasten.

Genau das ist der Grund, aus dem wir Deutschland verlassen und unser Abenteuer in Großbritannien beginnen. Wir nehmen euch mit auf die Reise. Lassen euch an dem teilhaben, was uns im Vereinten Königreich erwartet – an all den schönen Ereignissen, den Fragen des Lebens, an unserem Schwanken zwischen Euphorie und Panik. Und sind wir ehrlich, wir haben eine scheiß Angst. Veränderung bringt immer Furcht – vor dem Scheitern sowie vor dem Stillen der Sehnsucht.

Alles beginnt mit einem Road Trip. Von Deutschland nach London. Von London überall hin. Wir wollen Dartmoor sehen. Glasgow und Loch Ness. Wir wollen Schafe in Wales zählen und mit dem Flüstern der Wellen an den Küsten eins werden. Wir wollen Gin trinken, neue Menschen treffen. Unvoreingenommen, ehrlich und offen. Generelle Offenheit. Für alles. Für uns, für andere, für neue Situationen. Das Leben umarmen. Uns selbst finden.

Was danach kommt? Keine Ahnung. Aber wir werden es euch erzählen.

ENGLISH

Gin & Apples is about life. Life in all its facets. The very life that starts beyond the couch. About adventures, pushed boundaries, about letting things go and doing what you always wanted to do. It’s about searching and maybe finding.

Gin & Apples – that’s Katrin and Elsa. We’re stuck somewhere in our twenties and in a life between our beds and the daily office routine. And that’s it? That’s life? Till retirement? First university, then a job? Always in the same city, always in the same country? One huge vacation a year to recover and being prepared to drown once more in the grey of every day’s life?

We fought dirty battles with comfort zone and safety culture till we took the final decision to leave the things behind that felt wrong for so many times even though it should be right. But in the end it’s not the life we want to live. We don’t want to feel trapped in a nine to five job that makes a good living but leads us to the edge of unhappiness. Life’s too short just to operate. The world’s too big for closing your eyes from the land behind the horizon.

All these are the reason why we leave Germany for a big adventure in the United Kingdom. We invite you to come with us. To share the things Great Britain is offering us – all the great experiences, the questions of life, the hovering between euphoria and panic. Cause let’s be serious, change always comes along with fear – fear of failing as well as fear for fulfilling every single dream.

Everything starts with a road trip. From Germany to London to everywhere. We want to visit Dartmoor. Glasgow and Loch Ness. We wanna count sheep in Wales and become one with the free whispering waves in South England. We wanna drink amounts of Gin, meet new people. Unbiassed, honest and open minded. Open minded in general. For everything. For us, for others, for new situations. Embracing life. Finding ourselves.

You wish to know what comes after our trip? We have no clue. But we’re definitely going to tell you.

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